Zwei SchuheWir sind trans* Personen.

Die meisten trans* Personen bevorzugen genau diese Schreibweise: „trans“ als Adjektiv. Dabei ist trans ein nicht deklinierbares Adjektiv, von denen es in der deutschen Sprache durchaus einige gibt. 

Das heißt: bitte „Trans“ niemals als Präfix verwenden, wenn es um trans* Personen geht. 

Trans ist ein Adjektiv

Natürlich darf jede trans* Person selbst festlegen, wie sie sich bezeichnen will. Einige bevorzugen die Verwendung von „Trans“ als Präfix. Die meisten trans* Personen lehnen dies aber ab; und auch, wenn einige Personen diese Selbstbezeichnung verwenden, sollte das nicht verallgemeinert werden.

Auch der Duden akzeptiert „trans“ inzwischen als zulässiges Adjektiv zur Bezeichnung von trans* Personen.

„Trans“ gehört wie bereits erwähnt zu den nicht deklinierbaren Adjektiven, es wird also nicht gebeugt. Das gilt z. B. auch für die Adjektive „extra“, „super“, „prima“, „premium“, „trendy“, „topsecret“, „online“, „klasse“, „lila“, „orange“, „oliv“, „beige“, „rosa“ oder bei Städtenamen („Berliner Straße“, „Frankfurter Platz“, „Stuttgarter Flughafen" usw.). 

Trans* ist nur eine Eigenschaft von vielen

Wir verwenden „trans“ bevorzugt als Adjektiv, weil unser Transsein nur eine von vielen Eigenschaften ist, die uns als Person ausmachen, die unsere Identität ausmachen, so wie die Hautfarbe, die Haarfarbe, die Augenfarbe usw. Wir sind mehr als nur trans und wollen nicht darauf reduziert werden. 

Trans*

Häufig wird „trans“ mit einem Sternchen verwendet, also beispielsweise „trans* Frau“. Das Sternchen steht dabei für die verschiedenen Bezeichnungen, die von trans* Personen verwendet werden:

  • trans
  • transgender
  • transgeschlechtlich
  • transident

Manchmal auch „transsexuell“, aber die meisten trans* Personen lehnen diese Bezeichnung ab, da sie uns stigmatisiert und pathologisiert und außerdem irreführend ist; denn anders als bei ähnlich klingenden Bezeichnungen wie „homosexuell“ geht es bei Trans* nicht um die sexuelle Orientierung, sondern um die geschlechtliche Existenz. Trans* Personen haben dieselben sexuellen Orientierungen wie cis Personen. 

Trans* hat nichts mit Sexualität zu tun, auch wenn dieses Klischee immer noch weit verbreitet ist. 

Eine ganz normale Sache

„Transsexuell“ wird ursprünglich von „Transsexualismus“ abgeleitet, einem veralteten medizinischen Begriff, der Trans* als Störung gesehen hat (die aktuelle Bezeichnung in der Medizin lautet „Geschlechtsinkongruenz“).

Die Medizin weiß heute, dass Trans* keine wie auch immer geartete Störung ist, sondern eine natürliche Variante der Geschlechtsentwicklung – und verwendet den veralteten Begriff nicht mehr.

Leider hinkt die deutsche Medizin zumindest in einer ihrer wichtigsten Publikationen hinterher. Der ICD-11, in dem der Begriff „Geschlechtsinkongruenz“ eingeführt wurde, ist bereits 2019 von der Weltgesundheitsorganisation WHO verabschiedet worden und seit 2022 offiziell in Kraft – Deutschland verzögert aber die Übernahme. Damit gilt die veraltete Diagnose „Transsexualismus“ nach ICD-10 in Deutschland leider immer noch, was aber nicht bedeutet, dass wir tatsächlich „transsexuell“ sind.

Cis

Ich habe vorhin den Begriff „cis“ verwendet, der nicht allzu bekannt ist. Vereinfacht ausgedrückt bezeichnet „cis“ alle Menschen, deren empfundenes Geschlecht mit dem bei der Geburt zugewiesenen Geschlecht übereinstimmt. 

Cis zu sein wird häufig als „normal“ wahrgenommen, aber cis zu sein ist zwar häufiger, aber nicht normaler als trans* zu sein.

Beides ist normal, beides sind normale und natürliche Entwicklungen der Geschlechtsentwicklung. Es stellt also auch keine Beleidigung dar, wenn wir trans* Personen im Blick auf jene Mitmenschen, die nicht trans* sind, von „cis Personen“, „cis Frauen“ oder „cis Männern“ sprechen. 

Inter*geschlechtlich, nichtbinär und agender

Es gibt nicht nur Trans* und Cis. 

  • Inter*geschlechtliche Menschen können im Gegensatz zu den sogenannten endogeschlechtlichen Menschen aufgrund körperlicher Merkmale (Chromosomen, Hormonstatus, Genetik, Epigenetik usw.) nicht eindeutig geschlechtlich zugeordnet werden. Oft liegen körperlich Merkmale nicht nur eines Geschlechts vor. 
  • Nichtbinäre Menschen ordnen sich (vereinfacht ausgedrückt) nicht dauerhaft einem der beiden binären Geschlechter (männlich und weiblich) zu. Wahrscheinlich gibt es viel mehr nichtbinäre Personen als sich bisher entsprechend geoutet haben.
  • Agender Menschen haben gar kein Geschlecht, stehen auch nicht „zwischen den Geschlechtern“. 

Ablehnung von Geschlechterrollen

Daneben gibt es noch Menschen, die sich geschlechtlicher Zuordnungen entziehen, da sie tradierte Geschlechterklischees und normative Geschlechterrollen ablehnen.

Manche nutzen überzeichnete Geschlechtsdarstellungen, um auf gesellschaftliche Missstände durch Geschlechtsstereotype hinzuweisen. Sie wollen die Geschlechterungerechtigkeiten in unserer Gesellschaft aufzeigen und überwinden. Hierzu gehören etwa einige Drag Queens, Drag Kings oder Drag Quings. 

Bei Drag geht es nicht um Sexualität, sondern um die kritische Auseinandersetzung mit Geschlechterrollen, damit diese reflektiert und hinterfragt werden. 

Transvestiten

Bereits seit 1923 wird strikt zwischen trans* Personen und Transvestiten bzw. Transvestismus unterschieden (so auch im ICD-10). Es handelt also sich nicht um Synonyme.

Beiden gemeinsam ist, dass sie nicht zu den sogenannten Paraphilien gezählt werden. Sie gehen nicht mit sexueller Erregung einher. 

Studien zufolge haben bis zu 10 % der Menschen transvestitische Neigungen (ohne trans* zu sein). 

Trans als Präfix

Es gibt Situationen, in denen „trans“ nicht als Adjektiv verwendet wird.

„Trans-“ kann immer dann als Präfix verwendet werden, wenn es nicht Personen bezeichnet, z. B. „Transgesundheitsversorgung“ oder „Transgeschlechtlichkeit“. 

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