Calw im Schwarzwald. Blick vom Panoramaweg oberhalb des Stadtgartens auf die Innenstadt. Links der Bildmitte die neugotische Stadtkirche, rechts der Bahnhof/ZOB mit dem Bahnhofsturm, der zu den übereinander liegenden Bahnsteigen für die Strecke Pforzheim-Horb und Weil der Stadt-Calw (oben) führt. Rechts außerhalb des Bildes wäre das etwa 1 km entfernte, alte Bahnhofsgebäude zu sehen, dass 1989 durch den neuen Haltepunkt am ZOB ersetzt wurde.
Am Vorabend des Februar-Vollmonds aufgenommen (Canon EOS 70D mit EF 100-400 f/4.5-5.6 L IS USM bei 400 mm, manuell belichtet mit f/8 und 1/400s), entwickelt unter Linux mit Another RawTherapee
Die christliche Nächstenliebe wird von viele Christ*innen falsch verstanden, „der Nächste“ sei auf die Personen bezogen, denen geholfen werden soll. Wer wäre dann mein Nächster?
Das kann dann, oft von Christ*innen aus dem konservativen oder rechten Lager, so verstanden werden, dass unsere Nächstenliebe auf die Personen beschränkt sei, die uns am nächsten stehen: Familienangehörige, Christ*innen (am besten desselben Frömmigkeitsstils), Leute mit derselben Herkunft und Sprache, direkte Nachbarn.
Mit dem Hinweis, so etwas wie eine „Fernstenliebe“ sei in der Bibel nicht gefordert, nur die Nächstenliebe für die uns Nächststehenden, wird die Nächstenliebe für Menschen in anderen Ländern oder eines anderen Glaubens manchmal sogar ausdrücklich abgelehnt oder an den Missionsbefehl gekoppelt. Lieben, um zu evangelisieren.
Aber ist das mit der Nächstenliebe tatsächlich so gemeint? Wer ist eigentlich der Nächste?
„Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“
So kennen wir den Bericht von der Erschaffung des Menschen aus dem ersten Kapitel des ersten Buches der Bibel (Genesis 1,27). Wie können wir diesen Vers verstehen?
Gerade beim Thema geschlechtliche Vielfalt wird er oft so verstanden, dass es nur zwei „biologische“ Geschlechter gäbe, Mann und Frau.
Aber lässt sich das tatsächlich aus diesem Vers schließen?
Manchmal laufen wir Christ*innen vor der Aufgabe, die Gott uns anvertraut, weg – so wie einst der Prophet Jona.
Ich bin auch vor der Aufgabe, zu der Gott mich berufen hat, weggelaufen – und habe mich stattdessen dieser Homepage gewidmet, insbesondere dem Thema Trans* und Baptismus. Aber ich habe verstanden: Darüber zu schreiben ist nicht das, wozu Gott mich berufen hat. Darauf liegt kein Segen.
Von daher werde ich mich wieder dem widmen, was Gott von mir möchte – und hier wieder kürzertreten.
Ich gebe im Folgenden die Resolution des Bundesrates des Bundes Evangelisch-Freikirchlicher Gemeinden in Deutschland (Baptisten und Brüdergemeinden) vom 15. Mai 2026 wieder:
Wir wissen um die Krisen dieser Welt wie den Klimawandel, das Artensterben, die Zerstörung unserer Lebensgrundlagen, die Kriege, die ungerechte Verteilung der Güter, den Rassismus, die Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Wir müssen uns diesen Krisen und dem eigenen Anteil daran stellen.
Wir wissen, dass sich weltweit eine destruktive Machtpolitik durchsetzt, die auf Gewalt – insbesondere gegen Frauen – und Vernichtung baut. Ressourcen, die zwingend für den Schutz der Lebensgrundlagen eingesetzt werden müssten, fließen in Rüstungsgüter. Das Völkerrecht wird angegriffen und ist in Gefahr. Das betrifft sowohl die Menschenrechte als auch das Prinzip von Rechtsstaatlichkeit und die internationale Ordnung im Grundsatz.
Im Wissen um die Häufung dieser Rechtsbrüche und Gefahren in jüngster Zeit bekennen wir uns als Kirche zu den unveräußerlichen Menschenrechten, dem Recht kommender Generationen auf den Erhalt der Lebensgrundlagen und dem Recht unserer Umwelt auf Schutz und Bewahrung. Als Christinnen und Christen sehen wir uns in der Verantwortung, uns aus ganzem Herzen und mit aller Kraft (1) für das Globalwohl und die Menschenrechte zu engagieren. Wir bekennen unseren Glauben an Gott, dessen Geist die Liebe ist. Jedes Leben ist von Gott gegeben und gleich kostbar. Wir glauben an Jesus Christus, der auf der Seite der Entrechteten steht und folgen seinem Aufruf zu Gewaltlosigkeit und Nächstenliebe.