Die blaubraune – so muss man es mittlerweile ausdrücken – CDU/CSU ist die Alternative für Deutschland mit (so drückt es etwa Linnemann aus) „dem christlichen Menschenbild als DNA“.
Nichts an der CDU/CSU unter Merz, Spahn, Linnemann, Warken, Reiche usw. ist, so meine Überzeugung als evangelikale Christin, als „christlich“ zu bezeichnen.
Das Menschenbild dieser Parteien, ihr Programm, ihr Umgang mit Marginalisierten sind nicht christlich. Das „C“ ist Etikettenschwindel.
Jede*r gläubige Christ*in sollte diese Partei verlassen.
Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr von dir erwartet: das Rechte tun, Nachsicht mit anderen haben und bewusst den Weg mit deinem Gott gehen (Micha 6,3, BasisBibel).
Willst du den Weg mit Gott gehen – oder mit Merz, Linnemann, Spahn, Söder, Warken, Reiche? Den schmalen Weg oder den breiten Weg?
Gott ist auf Seiten der Armen, der Kranken, der Behinderten, der Marginalisierten, der Alleinerziehenden, der Müden und Schwachen. Du findest ihn nicht im Kanzler*innenamt oder in der Union. Nicht bei den Reichen, nicht in der Fossilindustrie, nicht in der Finanzbranche.
Du findest ihn bei denen, denen die Union gerade alles wegnimmt, bei denen, die die Beleidigungen der Union erfahren.
Dass die blaubraune AfD natürlich keine Alternative für Christ*innen zur CDU/CSU ist, muss ich sicherlich nicht betonen. Dass Kernelemente der AfD wie Nationalismus, Rassismus, Misogynie, Queerfeindlichkeit, Ablehnung der Nächstenliebe, Ableismus, Islamfeindlichkeit usw. mit dem Christentum komplett unvereinbar sind, muss sicher nicht erwähnt werden.
Als Christ*innen sind wir aufgerufen, zu fragen, welche Parteien am ehesten christliche Werte verkörpern: Nächstenliebe (die häufig eine „Fernstenliebe“ ist), Migranten willkommen heißen, den Armen, Kranken, Behinderten zu ihrem Recht verhelfen, Gerechtigkeit schaffen (Umverteilung nicht von arm zu reich, sondern Überreichtum zu den Armen umverteilen), die Mitwelt schützen (Stichwort Klimakatastrophe, Fossilkrise, Energiewende im Verkehr, bei Gebäuden usw.).
Nach heutigen Maßstäben ist das Christentum weder konservativ noch rechts; es bewahrt die Schöpfung und ist „links“. Es lehnt Überreichtum ebenso wie die Ausbeutung des Planeten und seiner Geschöpfe ab. Es übt Empathie und Nächstenliebe (die fragt, welchem in Not geratenen Menschen ich der Nächste sein kann). Es predigt die Umverteilung von (Über-) Reichtum an die Armen und Bedürftigen, es kämpft für soziale Sicherheit und ein starkes Gemeinschaftswesen, bei dem niemand, der krank, arm, behindert, erschöpft, alt usw. ist, vergessen wird, sondern für jeden Menschen gesorgt wird, ohne zu fragen: „Hat er das überhaupt verdient? Hat er genug geleistet? Was gibt er zurück?“